TEACHER: Malcolm Frager
15Jan1935 ~ 20Jun1991
Pianist
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BIOGRAPHY:
Malcolm Frager (photo
above) gives a solid performance of Prokofieff's Second Piano Concerto with Rene
Leibowitz conducting the PCO. This is a Kenneth Wikinson/Decca recording that
RCA retained in the late '60's split between Decca and RCA. The recording was
done, as usual for "Wilkie" and Decca directly to 2-track at 15 ips.
Malcolm Frager was born in St. Louis, MO. on January 15, 1935. A child
prodigy, Frager made his debut in St. Louis at the age of 10. From 1949 to 1955,
Frager studied with Friedberg at Juilliard. He won several prizes, including the
Leventritt Prize in 1959, the Queen Elizabeth of Belgium International
Competition and second prize at the Geneva Competition. Frager majored in
Russian at Columbia University and was fluent in seven languages. He went on to
tour frequently in the U.S. and Europe. Frager recorded for RCA, EMI, Telarc and
other labels. He died in 1991.
BIOGRAPHIE: Am
15. Januar 1935 wurde Malcolm Frager in St. Louis geboren. Klavierunterricht mit
vier Jahren; erstes öffentliches Auftreten als Sechsjähriger; wenig später dann
Unterricht bei Carl Friedberg (einem Schüler von Clara Schumann). 1959 gewann er
den New Yorker Levenstritt-Wettbewerb, ein Jahr später wurde ihm der erste Preis
beim Concours de Reine Elisabeth in Brüssel zuerkannt. Seitdem Konzerte in aller
Welt - bis Mitte letzten Jahres. Im Juli 1990 zog Malcolm Frager sich nach einem
Schwächeanfall während eines Konzertauftritts vom dem Musikleben zurück. Er
starb 56-jährig am 20. Juni diesen Jahres in Pittsfield (Mass.)
Er gehörte eher zu den Unauffälligen der Branche: er ließ keine Konzerttermine
platzen, äußerte sich nie abfällig über Kollegen, es gab keine Skandale und
keine abstrusen und spektakulären und Interpretationsansätze. Vermarkten läßt
sich ein Pianist damit nicht. Aber Malcolm Frager störte das wenig. Daß er eher
ein Pianist der Liveauftritte blieb und kein Schallplattenstar wurde, entsprach
durchaus seinem Lebensstil. Als Ideal galt ihm, sich auf dem Podium so geben zu
können wie im Privatleben. Er wollte Musik machen, und die möglichst gut. Seinem
Anspruch an Qualität kam der Perfektionismus der Aufnahmestudios zwar entgegen,
aber auch vor dem Mikrophon ließ er dieselben Regeln gelten wie auf dem Podium:
keine Schnitte, keine Basteleien; der Atem einer geschlossenen Darstellung
sollte immer spürbar bleiben.
Das Nachsehen haben wir: Wer Malcolm Fragers Klavierspiel nachvollziehen will, muß sich derzeit mit einer Einspielung von Chopin-Stücken begnügen. Dabei schlummern in den Archiven der Schallplattenfirmen und Rundfunkanstalten noch eine Reihe von Schätzen. Fragers Leidenschaft waren Bibliotheken und Nachlässe. Wo immer es möglich war, stöberte er in unaufgeräumten Kellern und vergessenen Papierstapeln - und ist dabei manches Mal fündig geworden. In den Gewölben der Krakauer Stadtbibliothek stieß er auf zahlreiche Manuskripte von Bach, Mozart, Beethoven, Schumann und Weber, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten. 1967 entdeckte er das Manuskript der Original-Orchesterfassung von Schumanns a-moll-Konzert. Und während eines Konzert-Aufenthalts in Moskau gelang es ihm, die Handschriften von Tschaikowskis b-moll-Konzert ausfindig zu machen und die (von Hans von Buelow abgelehnte) Urfassung dieses Werks zu rekonstruieren. Der Forscherfleiß hat sich gelohnt: Frager hat seine Funde mehrfach aufgeführt. Im Fall "Tschaikowski" sind es wahre Notenberge, die bewältigt werden müssen, so daß neben der Urfassung die offizielle Version wie ein stromlinienförmig gestyltes Salonstück klingt.
Vielleicht ist es dies, warum Frager nie den Durchbruch zum großen Star geschafft hat: Malcolm entsprach nicht dem genialischen Künstlertypus europäischer Prägung. Kunst hatte für ihn immer auch etwas mit Handwerk zu tun. Den romantischen Begriffen von Poesie und Verinnerlichung stand er skeptisch gegenüber. Vor der Inspiration kam für ihn das Studium der Quellen, Lektüre, Beschäftigung mit den jeweiligen kulturgeschichtlichen Voraussetzungen:
"Interpretation ist Differenzierung. Jeden Komponisten muß man anders anfassen. Das geht bis in die letzten technischen Details wie Anschlag oder Pedalgebrauch. Ein Schauspieler, der Shakespeare interpretiert, spricht ja auch völlig anders als einer, der einen Dürrenmatt-Text vorträgt."
Sein analytisches Denken, die Sachlichkeit gepaart mit musikalischer Intelligenz mögen für manchen abschreckend gewesen sein, weil Frager das Gefühl, "in der Musik geborgen zu sein", nicht vermitteln wollte. Kunst war für ihn eine Entdeckungsreise des menschlichen Geistes. Schon früh, als sich die historische Aufführungspraxis gerade bis zum Barock durchgekämpft hatte, spielte er Mozart auf dem Hammerflügel und tauschte, wo immer es ging, für seine Schumann-Interpretationen jeden Konzertflügel gegen ein Instrument aus dem 19. Jahrhundert ein. Die Aufnahmen des Westdeutschen Rundfunks geben hiervon ein eindrucksvolles Zeugnis.
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